SVA – Von Hero to Zero

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SVA – Von Hero to Zero

Eigentlich eine gute Idee.

Die SVA ( Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) hat mit einer an sich guten Idee für Schlagzeilen gesorgt. Sie bietet ihren Versicherten das Programm “selbstständig Gesund” an. Damit werden finanzielle Begünstigungen für die SVA-Versicherten festgelegt, wenn sie bestimmte Gesundheitsziele erreichen. Diese werden individuell mit einem Arzt festgelegt. Wer die Vorgaben in einem bestimmten Zeitraum schafft, erspart sich die Hälfte des Selbstbehaltes. Solche Ziele können unter anderem sein: Rauchen reduzieren, Blutdruck senken, Alkoholkonsum senken oder die Cholesterinwerte senken. Eine ganze Bandbreite also.

Wer kontrolliert das?

Für mich stellt sich jetzt aber die Frage, wer das eigentlich kontrollieren will.

Bei aller Wertschätzung für unsere Ärzte, aber wie kann ein Doktor überprüfen, ob ich meinen Zigarettenkonsum reduziert habe? Auch bei den Blutdruckwerten gibt es schon eine Vielzahl an Medikamenten, welche kurzfristig den Riva Rocci senken können.  Und Stammpatienten werden ihren Hausarzt schon überreden können, die entsprechenden Werte in das Formular einzusetzen. He, Leute wir leben in Österreich. Was die Politiker können, schaffen wir Patienten schon lange.

Die eigentliche Idee dahinter, halte ich ja gar nicht für so schlecht. Aber wer eine finanzielle Motivation für einen gesünderen Lebenstil braucht, hat eigentlich schon verloren. Ich schließe mich da gar nicht aus. Ein bisserl ein anderer Lifestyle würde mir auch nicht schaden. Aber die Idee von der SVA wäre für mich kein Ansporn dazu.

SVA – Für viele ein rotes Tuch.

Die SVA bemüht sich mit dieser Aktion sichtlich um positive Publicity. Die hat sie bei ihren geschätzten 500 000 auch bitter nötig. Eigentlich wurde die SVA ja gegründet um für Unternehmer und Selbstständige im Krankheitsfall oder in der Pension zu  sorgen. Aber dieses soziale Netz stranguliert immer mehr Selbstständige. So wurden geschätzte 33 000 Mitglieder gerichtlich exekutiert. Da stellt sich mir schon die Frage, wer so eine “soziale” Versicherung eigentlich braucht.

Meiner Meinung nach ist die veraltete Ansicht der SVA zum größten Teil Schuld daran. Aus ihrer Sicht ist ein Unternehmer oder Selbstständiger ein Fabrikant. Das dies aber in der heutigen Zeit überwiegend Einzelunternehmer sind übersieht die SVA. Hier wäre die Politik gefordert stark nach zu bessern. Aber die heimischen Politiker kümmern sich ja lieber um die großen Konzerne. Ja, selber schuld wer selbstständig wird. Da könnte ja jeder kommen.

5,67 Euro zuviel verdient-das gehört bestraft.

Der Gipfel in der Unfähigkeit sich um ihre Versicherten zu kümmern, hat die SVA bei einer Friseurin bewiesen.

Christa B.  hat ein Leben lang als Friseurin gearbeitet. 2007 hat sie endlich ihre Versicherungsjahre zusammen und geht in den verdienten Ruhestand. Sie hilft aber noch stundenweise bei einer Bekannten aus, welche sie ihren Laden übergeben hatte. Das ist verständlich, wenn man sich die Durchschnittspension in unserem Land so anschaut.

Aber sie hatte in drei Monaten die Geringfügigkeitsgrenze um 5,67!! Euro überschritten. Ein Aufschrei ging durch die SVA. Sofort wurde ihr die Pension für die drei Monate gestrichen, das macht immerhin 2600 Euro aus. Jawohl, diese Gesetzesbrecher gehören mit aller Härte bestraft. Auch wenn man dabei eine Existenz ruiniert.

Das Beste zum Schluß

Natürlich ging Christa B. vor Gericht und bekam auch in zweiter Instanz recht.

Ich bin ein kleiner Träumer. Denn ich hatte wirklich angenommen, irgendein Computer in der SVA hätte routinemäßig die Pension gestrichen und die Menschen hinter dem PC würden Milde vor Recht ergehen lassen. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Die SVA ging in Revision, nun tobt ein Rechtstreit zwischen den beiden Parteien. Gewinnen wird der, der sich die besseren Anwälte leisten kann. Und das wird leider nicht Frau B. sein.

Von der SVA heißt es dazu nur: “Recht muß Recht bleiben. Irgendwo muß eine Grenze gezogen werden.”

Liebe SVA, wenn es euch nicht geben würde müsste man euch erfinden. Ihr seid für viele Menschen der Inbegriff des “schwarzen Mannes”. Wenn mein Sohn nicht essen will, drohe ich ihm an: Iß jetzt dein Abendessen auf, sonst kommt die SVA und verklagt dich.” Ratzeputz ist der Teller leer gegessen. Vielen Dank dafür, nicht jeder ist gerne der Buhmann. Ihr seid für diese Rolle wie geschaffen.

2 Responses to SVA – Von Hero to Zero

  1. Edith sagt:

    Ich bin leider selbst Mitglied bei der SVA und habe schon das Spielchen mit der Exekution mitmachen dürfen.
    Dieser Verein gehört einmal ausgemistet.

  2. Christian sagt:

    Haha, köstlicher Artikel.
    Die SVA ist nimma lang da…hoffentlich.

    mfg
    Chris

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